Wie ich meinen Wert als Influencer steigere

Letzen Montag war es soweit: Ich habe meine Expertise und Erfahrung rund um die Themen Influencer Relations und Marketing mit einer Runde ausgewählter Damen im Rahmen von Ladies, Wine & Design geteilt. Das Konzept  – die grandiose Jessica Walsh von Sagmeister & Walsh steckt dahinter – habe ich euch hier ja schon kurz in einem älteren Blogpost nähergebracht. Ein paar Einblicke haben meine Stories geliefert, ein paar Key Points  möchte ich euch aber gerne noch mitgeben. Da ich selbst Influencer-Kampagnen für Unternehmen erarbeite, kenne ich beide Seiten und weiß, worauf es bei der Wahl des perfekten Kooperationspartners ankommt. Man darf nicht vergessen, dass Influencer Marketing auch für die meisten Unternehmen/Agenturen neues Terrain ist. Es wird immer auch schlechte Kampagnen geben. Aber die Erfahrung wächst mit der Zeit, bei den Unternehmen wie auch bei den Influencern.

  1. Brand Fit: Wer profitiert davon, wenn sechzehnjährige Mädls Anti-Falten-Luxuskosmetik um 80 Euro aufwärts anpreisen? Richtig: Weder die Follower der Girls, die vermutlich im ähnlichen Alter sind und meist ein dementsprechend kleines Budget haben, von den Falten gar nicht zu reden, noch die Firma, die sich besser Influencer gesucht hätte, die ihre Markenwerte repräsentieren und eine authentische Zielgruppe ansprechen. Ein Lauf-Event mit jemandem, der sich im letzten halben Jahr genau ein Mal die Laufschuhe angeschnürt hat? Unpassend! Manchmal sind es kleine Nischen-Blogger oder Mikroinfluencer mit ein paar Tausend treuen Followern, die sich zielgruppengerecht auf ein Thema spezialisieren und dazu eine super aktive Community haben. Zudem profitieren Mikros davon, dass ihr Feed keine reine Werbefläche ist und sich Unternehmen darum nicht den Kopf zerbrechen müssen, ob Mitbewerber präsent sind, ihre Marke sich mit anderen überschneidet etc.
  2. Qualität über Quantität: Auf der einen Seite schielen wir doch alle gerne auf Zahlen und suchen uns Partner, die eine möglichst große Reichweite haben. Bestimmte Benchmarks spielen gerade für Unternehmen eine wichtige Rolle, schließlich wollen diese wissen, ob sich ihre Investition lohnt. Allerdings ist die Aussagekraft von diversen Benchmarks vor allem in Zeiten von IG 2.0 (Facebook-Übernahme) nicht immer schlüssig und wird von Marken, die sich wirklich mit dem Thema beschäftigen auch individuell interpretiert. Kurz: Reichweite bedeutet nicht immer Qualität mit entsprechendem Einfluss. Schön, wenn ein Influencer beides verbindet, in der Regel ist dies aber nicht der Fall. Im Talk haben wir besprochen, dass es die Medienkonsumenten besonders stört, wenn ein Blogger wahllos mehrere Marken vertritt und praktisch einen Werbedeal nach dem anderen pusht, ohne substantielle Werte für diese Marke zu kommunizieren. Für meine Leser hier, die selbst bloggen, heißt das: Tanzt nicht auf allen Hochzeiten, das kommt bei euren Fans nicht gut an. Verzichtet auch mal auf ein Angebot, das vielleicht schnelles Honorar bringt, aber euch persönlich bzw. euren Followern keinen Mehrwert schafft. Auch wenn man sich, besonders am Anfang, über jede Anfrage freut und am liebsten mit jedem zusammenarbeiten möchte. Was mich zum nächsten Thema bringt…
  3. Authentizität:  Aus eigener Überzeugung sage ich Kooperationen ab, die nicht zu mir passen (z.B. weil die Marke andere Werte vertritt als ich, weil ich keine Lust auf breit gestreute Kampagnen habe, die nur auf Masse abzielen, sowohl was die teilnehmenden Influencer als auch die Zielgruppe betrifft etc.). Meine Follower wissen genau, wofür ich stehe und wofür nicht, was ich mag und was nicht. Dementsprechend kommt es für mich auch nicht infrage, gewisse Angebote anzunehmen, die womöglich auf den ersten Blick attraktiv scheinen. Ich beschäftige mich mit der Anfrage, wäge ab und entschließe mich dann. Zu Recht: Wenn kurz später etwa gesponserte Posts in allen Formen, Farben und Facetten über meinen Instagram Feed tänzeln, dann bereue ich nicht, zu mir selbst gestanden zu sein und ein ehrliches Nein über ein halbherziges Ja gestellt zu haben. Zuckerhaltige Limonaden, hochprozentiger Schnaps, nein, das will ich nicht promoten. Das bedeutet, Abstriche zu machen, weniger Einnahmen zu haben, aber das ist es allemal wert und auf lange Sicht der richtige Weg – zumindest für mich.. Firmen, die mit mir zusammenarbeiten, bestätigen mir das. Authentizität ist alles.

    Der Erfolgsfaktor in der Wahl des Kooperationspartners liegt definitiv in der Recherche: Einerseits sehe ich mir beim Angebot eines Kunden an, mit welchen Influencern er noch arbeitet, welchen Wert er auf die Auswahl dieser legt und nach welchen Kriterien er die Auswahl trifft, ich frage nach, ob er genau weiß, welche Ziele er mit seinen Kampagnen verfolgt. Auf der anderen Seite kenne ich die Social-Media-Szene und weiß um die Tricks aller Beteiligten, kenne die Schwachstellen der Plattformen und bin in der Lage, die Zahlen richtig zu lesen, zu interpretieren. Und auf Unternehmensseite: Ein wenig Eigenrecherche schadet nicht, Influencer folgen, verfolgen und ein bisschen in den Blog reinlesen. Perspektivenwechsel lautet das Zauberwort – auch wenn die Zeit im Business es ja nie wirklich zulässt, zahlt es sich dennoch aus: Die Beschäftigung mit Instagram.

PS: Es gäbe noch so viel mehr zu berichten. Wenn ihr Interesse habt, kann ich gerne noch die eine oder andere Fortsetzung folgen zu lassen.

Die Outfitdetails findet ihr übrigens auf meinem Instagram-Channel!

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